Boston beherbergt unzählige interessante Kultur- und Kunsteinrichtungen, die nur darauf warten, von Ihnen entdeckt zu werden. Erleben Sie selbst die beeindruckende Harvard University oder bestaunen Sie die facettenreichsten Kunstrichtungen der ganzen Welt in den vielen Museen, die es in Boston gibt. Ihrer Fantasie ist keine Grenzen gesetzt.
Das Boston Symphony Orchestra (BSO) ist das bekannteste Symphonieorchester in Boston. Als Teil der so genannten "Big Five", den fünf großen Symphonieorchestern der USA, sind die Konzerte der Gruppe immer ausverkauft. Zudem geht das Orchester regelmäßig auf Tournee auf allen Kontinente und veröffentlicht jährlich zahlreiche Tonträger. Musikalisch deckt das BSO sämtliche Stilrichtungen von der Vorklassik und Klassik bis zur Moderne ab. Béla Bartók komponierte sein Konzert für Orchester 1943 für das BSO.
Das Athenæum wurde 1807 von Mitgliedern des Anthology Club nach Vorbild des Athenæum im englischen Liverpool gegründet. Es gehört damit zu den ältesten Bibliotheken und Museen der USA. Das Gebäude, in dem es sich befindet, wurde zwischen 1847 und 1849 von dem Architekten Edward Clarke Cabot mit in der Beacon Street errichtet. Dieses ursprünglich dreistöckige Gebäude ist der Kern des heutigen Athenæum, in dessen Erdgeschoss eine Skulpturensammlung untergebracht war, während die Bibliothek im ersten Stock war. Das oberste Stockwerk bot die geeigneten Voraussetzungen für die dort befindliche Gemäldegalerie. Heute hat das Museum fünf Stockwerke, die bis oben hin voll mit Kunst und historisch bedeutsamen Dingen ist.
Die Bibliothek gehört zu den fünf größten Bibliotheken der Vereinigten Staaten und besitzt unter anderem die Privatbibliotheken von George Washington und General Henry Knox. Auch die umwerfende Kunstsammlung des Gebäudes beherbergt echte Schätze, wie zum Beispiel die Büsten von George Washington oder Benjamin Franklin.
Das Museum ist eines der größten Museen in den Vereinigten Staaten und gehört zu den wohl wertvollsten Kunstsammlungen der ganzen Welt. Bereits 1807 entstand es durch die Gründung von Kaufleuten, Politikern und Literaten und beherbergte neben einer Bibliothek auch Galerieräume für eine schnell wachsende Kunstsammlung. Im Jahre 1870 kam es dann zur Gründung des Museum of Fine Arts, welches zur Hundertjahrfeier der USA 1876 sein erstes eigenes Museumsgebäude eröffnete.
Stilvoll vereinen sich im Museum of Fine Arts in Boston die verschiedensten Kunstrichtungen: Kunst aus Afrika, Asien und Ozeanien gehört ebenso dazu wie eine große Afrikasammlung, die Masken, Schmuck und Skulpturen präsentiert. Zu den herausragenden Beispielen zählen Holzschnitzarbeiten aus dem Kongo und Nigeria. Des Weiteren besitzt das Museum eine der umfangreichsten Sammlungen der USA mit indischer Kunst. Neben zahlreichen Skulpturen, Malerei und dekorativer Kunst sind hier Artefakte aus dem Hindustal, frühbuddhistische Skulpturen und Miniaturmalerei zu nennen. Eine spezielle Abteilung beschäftigt sich mit der 7.000 Jahre alten Kulturgeschichte Ägyptens. Griechische Kunst ist ebenfalls mit zahlreichen Vasen und Skulpturen im Museum repräsentiert.
Generell finden Sie in dem Museum auch viele europäische Maler wie Millet und Monet. Aber auch amerikanische Künste, die bei den Goldarbeiten aus präkolumbischer Zeit beginnt, finden in der Kunstsammlung einen Platz.
Die amerikanische Kunstsammlerin Isabella Stewart Gardner ließ Ende des 19. Jahrhunderts den prachtvollen Palast erbauen, ganz nach dem Vorbild der Palazzi in Venedig. So entstand zwischen 1896 und 1903 ein beeindruckendes Bauwerk der Neorenaissance, welches sich mit Kunstwerken aus dem Internationalen Kunsthandel füllte. Heutzutage verfügt das Museum über mehr als 2.500 Exponate europäischer, asiatischer und amerikanischer Kunst. 1990 fiel das Museum einem spektakulären Kunstraub zum Opfer, als man 13 Gemälde stahl.
Mit über 550 interaktiven Ausstellungen, Experimenten und täglich wechselnden Präsentationen bietet das Museum of Science in Boston ein einzigartiges Angebot an, um sich mit Wissenschaft auf spannende Art zu beschäftigen. Denn Kinder können hier spielerisch forschen, lernen und die Geheimnisse der Naturwissenschaften entdecken. Zu den Highlights des Museum zählen eine Raumfahrtkapsel in Originalgröße und ein Dinosaurierskelett. Direkt neben dem Museum befindet sich das "Hayden Planetarium" mit Lasershows und hervorragenden Präsentationen des Sternensystems.
Schon in den Gründungsjahren der amerikanischen Siedlung spielte Boston als eine der ersten Städte an der Ostküste eine sehr bedeutsame Rolle. Die Stadt gilt als Wiege der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und war Schauplatz von einem großen Wandel, der Boston bis heute prägte.
William Blaxton (Blackstone) war einer der ersten Europäer im Jahr 1625, die den Ort besiedelten. Er verkaufte die umliegenden Ländereien an Siedler. Die im Juni 1630 ankommenden Puritaner aus England hatten jedoch Besitzrechte über die ganze Kolonie. Die englischen Emigranten gruppierten sich in einer Siedlung zusammen, die sie "Trimountaine" nannten. Direkt in der Nähe der kleinen Stadt bildete sich der von den indianischen Ureinwohnern genannte Ort "Shawmut" auf einer Halbinsel. Der erste Gouverneur der Massachusetts Bay Colony fasste die beiden Siedlungen zum Ort namens Boston zusammen und gründete damit am 17. September 1630 die Stadt. Der Name geht zurück auf eine Stadt gleichen Namens in Lincolnshire in England. Die puritanischen Werte, insbesondere Arbeit, Bildung und Gottesfürchtigkeit stabilisierten die Gesellschaft in hohem Maße bis heute. Deshalb wurde bereits 1635 eine erste Lateinschule und 1636 die Harvard University gegründet. Sie ist damit die erste Universität Amerikas. Bis 1664 stand die Mitbürgerschaft in Massachusetts nur Kirchenmitgliedern offen.
In den folgenden zwei Jahrhunderten entwickelte sich Boston zum Zentrum des puritanischen Lebens. Bekannt ist die Stadt durch die Boston Tea Party. Am 16. Dezember 1773 protestierten die Siedler gegen eine Erhöhung der Teesteuer und lösten damit den Unabhängigkeitskrieg aus. Nach der amerikanischen Revolution wurde Boston einer der reichsten Handelshäfen der Welt. Fische, Rum, Salz und Tabak gehörte zu den wichtigsten Handelsgütern, die Boston verschiffte. Durch die zunehmende Einwanderung Anfang des 19. Jahrhunderts nahm der Anteil an Katholiken insbesondere irischer sowie italienischer Abstammung deutlich zu. Zwischen 1630 und 1890 hatte sich das Stadtgebiet verdreifacht. Besonders durch Landgewinnungen, insbesondere in den flachen Gewässern des Charles River und der Massachusetts Bay wurde dies begünstigt. 1872 wurde die Stadt Boston von einem großen Brand nahezu zerstört. Die Trümmer der verbrannten Gebäude wurden danach zur Landgewinnungen verwendet. Am 15. Januar 1919 hielt ein Melasse-Tank aufgrund fehlerhafter Konstruktion dem Druck seines Inhalts nicht mehr stand. Viele Bewohner und Passanten wurden durch die 14.000 Tonnen Melasse darunter begraben.
In der Folge von Stadtflucht durch Arbeitslosigkeit reagierte die Stadt mit verschiedenen Initiativen, die unter dem Namen Urban Renewal bekannt wurden. Mit dem in den 70er Jahre einsetzenden Wirtschaftswachstum entwickelten sich Bostons medizinische Einrichtung zu den landesweit führenden Unternehmen. Doch auch der allgemeine Wissenschaftssektor, der in Boston schon immer für das wirtschaftliche Wachstum von Bedeutung war, konnte in dieser Zeit zahlreiche Studenten anziehen.
Durch den zunehmenden Autoverkehr gab es allerdings neue Probleme. Da der Stadtkern zu den ältesten und dichtesten bebauten Städten gehört, wurde eine circa vier Kilometer lange Hochstraße quer durch das Herz der Stadt errichtet. Jedoch löste dies die Verkehrsprobleme nur kurzweilig. Im frühen 21. Jahrhundert wuchs Boston schließlich zu einem internationalen intellektuellen und technologischen Zentrum. Auch spielte die Stadt eine national bedeutende Rolle im politikwissenschaftlichen Bereich. Ein weiterer Trend der Stadtentwicklung seit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist auch die Revitalisierung brach gefallener Hafenflächen. Der so genannte Harborwalk, ein durchgängiger Gehweg entlang der Waterfront, oder die Revitalisierung vom Kai Rowes Wharf sind hier zu nennen. Heute ist die Skyline von Boston voller Wolkenkratzer und Bürotürme, die auf die Vitalität der Stadt hindeuten.